Beschreibung
Laëtitia Pitz greift auf Sophokles’ „Antigone“ in der Neuinterpretation der kanadischen Dichterin Anne Carson zurück. In einem Text, in dem die Götter nicht mehr in den Lauf der Geschichte eingreifen, wird Antigones Schicksal umso ergreifender, als es für uns, die Zuschauer*innen dieses von Umbrüchen geprägten 21. Jahrhunderts, die einzig wichtige Frage aufwirft: Wie bleiben wir unserer Menschlichkeit treu, wenn wir dafür unser Leben riskieren müssen?
Mit „Antigonick“ entwirft Laëtitia Pitz eine zugleich archaische und moderne Figur, die von einer einzigartigen Klarheit umgeben ist. Die Geschichte spielt weder in einer mythischen Vergangenheit noch in einer fernen, exotischen Welt. Hinter dem Konflikt zwischen Kreon und Antigone lässt sie uns eine intimere Geschichte sehen und hören, nämlich die einer Familie, die von innen heraus durch die Gewalt der Macht zerstört wird. Antigone, die trotz aller Widrigkeiten darauf besteht, ihre Toten zu bestatten, verkörpert in diesem Sinne die Unbeugsamkeit der Bindungen, die uns über die rationalisierten Anforderungen der menschlichen Gesellschaft hinweg miteinander verbinden. Auf der Bühne erzählen uns drei Schauspielerinnen diese Geschichte und wechseln dabei ständig zwischen den Rollen hin und her. Parallel dazu bewegt sich die vom norwegischen Komponisten Christian Wallumrød konzipierte Musik zwischen Anklängen an alte Musik und elektronischen Ausbrüchen – eine Partitur, die zugleich elegisch und viszeral ist und den Text ebenso trägt, wie sie ihren eigenen Weg geht.
Ab 14 Jahren.
De 6 à 30 €





