Beschreibung
Der Auftritt des südafrikanischen Choreografen, Performers und bildenden Künstlers in La Filature ist ein echtes Highlight. Steven Cohen lässt sich mit folgenden Worten zusammenfassen: „Ich bin weiß, jüdisch und queer“ – Worte, die man vor dem Hintergrund der Realitäten des Apartheid-Südafrikas betrachten muss, in dem sein Werk verwurzelt ist und das „die Schwächen und die Anmut der Menschheit“ erforscht.
In diesem fragmentierten Selbstporträt wird das Publikum zum Partner, Spiegel und Zeugen des Künstlers in einer Art Bestandsaufnahme seines Schaffens. Indem er die spektakulären Bilder wieder aufgreift, die sein öffentliches Image geprägt haben – seinen „Kandelaberkörper“, sein Gesicht mit den Schmetterlingsflügeln, seine schwindelerregenden Absätze – spielt Steven Cohen die Bilder seiner Kindheit, die Schatten seiner Jugend, das familiäre Erbe und die Wunden der Apartheid nach… In Anlehnung an Performances, die die Kunstgeschichte geprägt haben, durchziehen das Stück die Figuren der Verschwundenen – sein Bruder, sein Partner, seine Mutter – sowie Gefühle von Schuld, Liebe oder Wiedergutmachung. Mit einem Blick für Randgruppen erforscht Steven Cohen, wie Identität entsteht, sich nach außen projiziert und unter dem Blick der Gesellschaft entweder gestärkt oder geschwächt wird. Er thematisiert zudem die Frage des Alterns, die in den darstellenden Künsten selten behandelt wird. Er nimmt Langsamkeit, Schmerz und Zerbrechlichkeit an und verwandelt seine Präsenz in einen Akt des Widerstands.
Ab 14 Jahren.
Von 6 bis 30 €





