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Aktualisierung am: 10/09/2010 à 11:30

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Geschichte von Mulhouse

Von Mulhouse ist zum ersten Mal die Rede im Jahre 803. Die Stadt entsteht auf einem oft vom Wasser überschwämmten und darum nicht gerade idealen Ort, was jedoch ein Vorteil für die Stadt sein wird : die Installation einer Windmühle begründet das wirtschaftliche Leben, gibt der Stadt einen Namen und jenes Rad, das sie noch heute symbolisiert.

Im Jahre 1523 folgt Mulhouse den Reformthesen, während sich der Nord Elsass für die lutheranischen Linie entscheidet und der Süd Elsass katholisch bleibt.


Im Jahre 1746 gründen vier junge Bewohner aus Mulhouse - Samuel Kœchlin, Jean-Jacques Schmalzer, Jean-Henri Dollfus und Jean-Jacques Feer – eine Textildruckfabrik. Vierzig Jahre später zählt man 26 Fabrikanten ! Bei ihrem engen Lebensraum findet die Stadt jedoch mit der Industrie einen Entwicklungsweg, der nicht konsequente Raumfläche verlangt.


Am 4. Januar 1798 wählt Mulhouse für die Vereinigung mit Frankreich, was der Stadt einen neuen und entscheidenden Schwung gibt. Die Landblockade von England gegen Napoleon stimuliert die Stadtwirtschaft. Die Firmen vermehren sich und gelangen zur Mechanisierung. Aus der Textilbranche bilden sich die Chemie- und die Mechanikindustrien, und auch spezialisierte Schulen heraus. Der Transport entwickelt sich: der Kanal vom Rhônefluss bis zum Rhein, die Eisenbahn.
Mulhouse wird eine der glorreichsten Industriestädte von Frankreichs. Mit jeder Generation verdoppelt sich die Stadtbevölkerung, auch dank der Menschenströme, die aus den Nachbarregionen kommen: aus der Schweiz und aus Deutschland (6 000 Bewohner im Jahre 1798, 60 000 im Jahre 1866). Die Stadtmauern werden abgerissen und die Industriellen gründen den Neuen Stadtteil (Nouveau Quartier) und auch den Arbeiterteil, welcher als Model für zahlreichen mit Garten ausgestellten Werkstädten in ganz Europa gelten wird. Zahlreiche gesellschaftliche Einrichtungen werden gegründet, um das schwierige Leben der Arbeiter zu verbessern: die soziale Hilfe, verschiedene Kooperativen...

Im Jahre 1870 bringt der Krieg der Industrieschwung zum Stillstand und es kommt zur Vereinigung mit Deutschland. Mehrere Jahre werden nötig sein, um sich den neuen Bedingungen anzupassen und danach, als Mulhouse im Jahre 1918 wieder französisch wird, sich den neuen Markten wiederum anzupassen.

Vom 18. Juni 1940 bis zum 21. November 1944 leidet Mulhouse unter der Besetzung der Nazis : erzwungene Germanisierung, Ausweisungen, Reichsarbeitsdienst, und das Einsteigen der jungen Leute in die deutsche Armee... Die Bombardierung der Stadt bei der Befreiung verursacht wesentliche Schäden.

Nach dem Krieg beginnt Mulhouse mit einen breiten Wiederaufbauprogramm. Das lokale wirtschaftliche Leben profitiert von den dreissiger Jahren, jener Wachstumsperiode in Frankreich während der Nachkriegszeit. Die Textilindustrie muss sich an neue wirtschaftliche Bedingungen anpassen, es entwickeln sich neue Tätigkeiten: Elektrikbau und Automobilbau (Firma Peugeot). Gebaut werden der Flughafen Bâle-Mulhouse und der grosse elsässische Kanal (Grand Canal d'Alsace).

Heute ist Mulhouse mit einer in den Vordergrund gerückten Geschichte, zahlreiche Sports- und Kulturstrukturen und einer jungen und dynamischen Universität versehen. Die Stadt bietet einen attraktiven Lebensraum. Neue wirtschaftliche Branchen entwickeln sich : Produktik, Telekommunikation, Industriedienste... Mit einer geographisch privilegierten Lage und einem ausgezeichneten Kommunikationsnetz gründet sich die Stadt auf dem berühmten «Model von Mulhouse», um dem dritten Jahrtausend entgegen zu sehen. Ein Model, das Wirtschaftsinn, Pragmatismus, Fähigkeit neuen Forderungen gerecht zu werden, Sorge um das kollektive Wohlleben und Tradition der Gastfreundschaft vereint.